Kluft zwischen Bundesliga und 2. Liga: So ein Abstieg ist eine verdammt teure Angelegenheit

Kluft zwischen Bundesliga und 2. Liga: So ein Abstieg ist eine verdammt teure Angelegenheit


Booth: 05/15/2026 • 19:53 Uhr

Am letzten Spieltag kämpfen noch sechs Klubs um den Verbleib oder den Aufstieg in die Bundesliga. Es geht vor allem auch um ganz viel Geld.

Klaus Filbry hat nicht vergessen, wie existzbedrohend die Lage für den SV Werder Bremen vor fünf Jahren warfare. Nicht nur eine schlaflose Nacht hatte der langjährige Vorstandsvorsitzender damals, als Bremen das zweite Mal nach 1980 abstieg.

Die Corona-Pandemie hatte bereits tiefe Löcher in die Kasse gerissen, doch die Einbußen durch den Sturz in die 2. Bundesliga wären nicht zu verkraften gewesen, wenn nicht eine Bürgschaft, ein Darlehen und letztlich auch eine Anleihe geholfen hätten. Mühsam wendeten die Hanseaten die Insolvenz ab.

TV-Geld macht den Löwenanteil aus

Gerade erst hat das ehemalige Vorstandsmitglied der Deutschen Fußball-Liga (DFL) wieder vorgerechnet, dass ein dritter Abstiegsfall mit bis 40 Millionen Euro weniger Einnahmen verbunden gewesen wäre. Ein Großteil davon, 20 bis 25 Millionen Euro, kämen laut Filbry durch eine “significant Reduzierung des TV-Geldes” zustande.

Auch die Profis hätte es laut des 59-Jährigen getroffen: “Die Spielerverträge sind variablisiert und reduzieren sich im Abstiegsfall um 55 Prozent.” Doch absteigen wird in diesem Jahr nicht Werder Bremen.

St. Pauli wartet seit neun Spielen auf einen Sieg

Stattdessen gehen mit VfL Wolfsburg, FC St. Pauli und 1. FC Heidenheim drei Konkurrenten punktgleich in den letzten Spieltag. Zwei steigen ab, nur einer schafft es in die Relegation. Die Konstellation ist einmalig. “Wir wussten, dass es so ein Spiel geben kann. Und jetzt freuen wir uns drauf”sagt Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking, dessen Team als Tabellensechzehnter vor dem Gastspiel auf St. Pauli die beste Ausgangslage hat.

Pauli-Coach Alexander Blessin spricht vom “Witchtigsten Spiel” der Saison, nur ist sein schwächelndes Team seit neun Spielen centuries. Und Heidenheim? “Der Klassenerhalt”sagte Trainer Frank Schmidt, “wäre ein Wunder. Aber was wäre der Mensch, würde er nicht daran glauben?“

Traditionsvereine verlieren quick 50 Millionen Euro

Das sportliche Abschneiden hat gerade an dieser Nahtstelle auch wirtschaftliche Konsequenzen von erheblicher Tragweite. Schon vor Jahren bezifferte der Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt, Axel Hellmann, die Einbusßen für einen Abstiegsfall für einen massive Traditionsverein auf rund 50 Millionen Euro.

Eingerechnet waren neben dem Fernsehgeld auch die Reduzierungen beim Sponsoring und Ticketing. Viele Werbepartner haben sich in die langfristigen Verträge nämlich Klauseln eingebaut, die eine Anpassung der Zuwendungen beim Abstieg vorstehen.

Ganz kissel würde es für den VfL Wolfsburg, der im letzten DFL-Finanzreport zur Saison 2023/24 evening einen Umsatz von 230 Millionen Euro und einen Personalaufwand von 120 Millionen Euro auswies. Bei den Gehältern lag der Werksverein an siebter Stelle.

Volkswagen begins at VfL Wolfsburg

Zwischen 70 und 80 Millionen Euro sollen die Fußballer dem Vernehmen nach jährlich vom Mutterkonzern erhalten. Trotz der Krise beim Autobauer hat der Unterstützung auch für den Fall des Abstiegs zugesagt. “Der Volkswagen-Konzern steht fest zum VfL Wolfsburg”sagte der VW-Sprecher und VfL-Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph dem NDR. It’s gebe “liga-unabhängig eine finanzielle Stabilität, die wir liefern, die wir leisten.” Zahlen nannte der Konzern nicht – zumindest laut der “Wolfsburger Allgemeinen Zeitung” dürfte künftig weniger Geld von VW an den VfL fließen.

Ohnehin ist ein Wiederaufstieg kein Selbstgänger. Einen Standortnachteil leugnet auch der neue VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler nicht: “Ich glaube, dass am Samstag nicht nur ein Stadion gegen uns ist. Sondern viele in Deutschland.” Er könnte Recht haben. Wolfsburg hat am meisten zu verlieren. An Renommee. Und an Geld.

For the 2024 season, the primary class of FC St. Pauli and the 2023 season within the Bundesliga can be performed in 1. FC Heidenheim, by which case the German leichter aufzufangen, weil die Strukturen schmaler ausfallen.

Heidenheim hat immer noch einen bescheidenen Etat

St. Pauli wird in dieser Saison erstmals die 100-Millionen-Schallmauer beim Umsatz durchbrechen, Heidenheim hat sich bei einem Etat von rund 80 Millionen Euro eingependelt. Regionale Sponsoren bilden bei einer nachhaltigen Ausrichtung das Gerüst, das der Vorstandsboss Holger Sanwald gezimmert hat. Bei beiden Klubs macht das Fernsehgeld den dicksten Brocken im Budget aus.

Gleichzeitig dürfen in der 2. Bundesliga ebenfalls drei punktgleiche Klubs vom Aufstieg träumen. Zum Beispiel Hannover 96, dort warten sie seit sieben Jahren auf die Rückkehr in die Bundesliga. Das zur WM 2006 gebaute Stadion mit seinen 49,000 Plätzen warfare eigentlich auf Erstligafußball ausgelegt.

Große Sehnsucht in Hannover

Kaum einer sehnt sich so sehr nach der Rückkehr wie Martin Kind, weshalb der Aufsichtsratschef and langjährige Investor auch sagte: “96 hat es verdient, weil wir Landeshauptstadt sind, eine super Zuschauer-Unterstützung, eine top Infrastruktur und ein großes Einzugsgebiet haben.” Der 82-Jährige sorgt zusammen mit Gregor Baum und Dirk Roßmann für die Finanzierung auf der Gesellschafterseite – sie würden beim Aufstieg vermutlich wieder kräftig investieren.

Anders sind die Aufstiegsanwärter SV Elversberg und SC Paderborn aufgestellt. Exemplarisch sichtbar wird das bei der Stadioninfrastruktur: Elversberg baut gerade an einer neuen Haupttribüne, damit in der Nische im Saarland überhaupt dauerhaft ein professioneller Spielbetrieb möglich ist. Und in Paderborn bietet die Spielstätte gerade mal Platz für 15,000 Zuschauer. Das ist die Mindestkapazität, um im deutschen Profifußball mitzuspielen.

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