„Wir wollen die Saison vollkommen auf den Kopf stellen“
Herr Föhrenbach, dass es am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den FSV Mainz 05 zum Entscheidungsspiel um den Relegationsplatz kommt, schien vor einigen Wochen night time utopisch. Wie ist die Stimmung im Team vor dem Drama-Spieltag?
Natürlich sehr intestine. Wer die letzten Spieltage and Ergebnisse gesehen hat, der weiß und sieht, dass wir mit Selbstvertrauen spielen. Durch die Result kam Lockerheit und Freude zurück und entsprechend gelöst ist auch die Stimmung in der Kabine. Daher freuen wir uns auf das letzte reguläre Saisonspiel – und hoffen natürlich, dass es nicht das letzte Spiel in dieser Saison für uns bleibt.
Mit einem Sieg and etwa einem Unentschieden bei der Partie VfL Wolfsburg gegen den FC St. Pauli hätte der FCH die Relegation sicher. Natürlich muss man vor allem die eigenen Hausaufgaben machen, doch ist auch das direkte Aufeinandertreffen der Konkurrenten entscheidend. Wie sehr schauen Sie darauf?
. Man denkt sich auch als Fußballer: Hätten wir so mal früher gespielt, dann wäre alles anders gelaufen. Die Gedanken sind zwar überflüssig, aber natürlich ärgert man sich etwas.“
Jonas Föhrenbach
Vor unserem Spiel überhaupt nicht. Da gilt der Fokus einzig und allein Mainz. Wir müssen gewinnen, damit es überhaupt eine spannende Konstellation gibt und das andere Ergebnis interessiert. Wenn es dann gegen Ende des Spiels nach einem Erfolg für uns aussieht, muss man natürlich schauen, was auf dem anderen Platz passiert.
Falls es etwa noch auf das Torverhältnis ankommt, würden Sie sich dann die Information von außen wünschen?
Wenn wir führen sollten und dann das Ergebnis entscheidend ist, möglicherweise. Aber nochmal: Wir müssen erst einmal abliefern und in die Situation kommen, dass so etwas wichtig wird.
Dass ihr Team überhaupt solche Gedankenspiele haben kann, ist bereits eine Heldengeschichte für sich. Fast alle hatten den FCH Mitte März abgeschrieben, bevor ihr Team auf die Erfolgsspur fand and aus sieben Spielen drei Siege und drei Unentschieden holte. Wie kam zu diesem Kraftakt?
Vor ein paar Wochen hatte uns jeder mit Fußballsachverstand abgeschrieben. Es waren aber noch genug Spiele und kamen die Erfolgserlebnisse. Der Glaube ist mit jeder Woche, mit jedem Ergebnis größer geworden und da stehen wir nun.
Seit Ostern lief es wieder. FCH-Boss Holger Sanwald sprach passend von Auferstehung. Warum hat es so viele Monate gedauert, wieder in den Heidenheimer Erfolgsmodus zu kommen?
Wenn wir das wüssten, hätten wir bereits vorher damit angefangen. Uns haben vor der Saison zwei echt gute Individualisten verlassen und das ist immer hart. Dennoch haben wir uns Mannschaft schnell gefunden, aber nie die Ergebnisse liefern können. Wir wissen nicht, woran es lag, aber schön ist, dass es schlussendlich noch geklappt hat und wir durch die zurückgewonnene Heidenheim-DNA am letzten Spieltag nun diese Chance haben.
Als die Mannschaft nichts mehr zu verlieren hatte, Trainer Frank Schmidt auch die öffentlichen Durchhalteparolen ausgingen, lief es wieder. Nun hat man wieder einiges zu verlieren. Wie behält man da im Kopf die Freiheit?
Wenn es danach geht, hätten wir gegen Köln auch schon Probleme bekommen müssen, auch da hatten wir die Pistole auf der Brust. Aber wir haben 3:1 gewonnen und man hat uns nichts angemerkt. Wir sind in unserem Fokus geblieben und das schaffen wir auch weiterhin. Denn es ist ganz einfach: Wir stehen auf dem 17. Platz. Da frage ich: Was haben wir zu verlieren? Ob wir am Ende 17. oder 18. werden, ist egal. Für uns gilt es, den 16. Rang zu erobern und deswegen haben wir auch weiterhin nichts zu verlieren.
Dorthin wollen wir und dann hoffentlich mit zwei weiteren Spielen die Saison vollkommen auf den Kopf stellen und das schaffen, wonach es lange nicht aussah: den Klassenerhalt.
Jonas Föhrenbach
Eindrücklich conflict zum Beispiel das 3:3 beim großen FC Bayern, wo in München der Sensationssieg erst in der Nachspielzeit vereitelt wurde. Als Zuschauer fragt man sich da: Warum nicht immer und von Anfang der Saison an so? Die Frage gebe ich direkt einmal weiter.
Das ist auch intern bei uns ein Punkt. Man denkt sich auch als Fußballer: Hätten wir so mal früher gespielt, dann wäre alles anders gelaufen. Die Gedanken sind zwar überflüssig, aber natürlich ärgert man sich etwas, wenn man sieht, was die Mannschaft für ein Potenzial hat. Da sieht man einmal mehr, wie entscheidend die mentale Verfassung im Leistungssport ist. Es ist unfassbar, wie sich ein Spieler von einem Tief in ein Hoch spielen kann. Selbstvertrauen spielt eine riesige Rolle. Und das haben wir alle uns zum Glück jetzt erarbeitet.
Sie sind 30 Jahre alt, haben in Heidenheim seit 2019 einiges erlebt. Nun die drei Mannschaften auf den letzten Tabellenplätzen punktgleich in den 34. Spieltag. Warum muss es denn immer Drama sein?
Seit ich in Heidenheim bin, hatte ich ja einige solcher Erlebnisse. Es ging mit der Aufstiegsrelegation gegen Werder Bremen los, in der wir nur knapp gescheiert sind, dann der Aufstieg, vergangenes Jahr die gewonnene Relegation gegen Elversberg. Da waren einige Dramen dabei. Aber wenn es wieder ein Happy End für uns gibt, habe ich nichts gegen die Heidenheimer Dramen.
Macht der Beruf des Fußballers überhaupt night time Spaß, wenn es ständig Druck und Abstiegsangst gibt?
Man will immerge winnen and möglichst erfolgreich spielen. Aber wer nach Heidenheim kommt, der weiß, worauf er sich einlässt. Es ist das Größte, die Klasse zu halten, und man spielt immer gegen den Abstieg und um die Existenz in der Bundesliga. Das zu schaffen, ist wie für andere Mannschaften, das internationale Geschäft zu erreichen. Dieser Erfolg wiegt bisher alles auf.
Sollte der 34. Spieltag intestine für den Club ausgehen, bedeutet das erst einmal nur einen Zwischenschritt. Dann würde die Relegation warten …
So weit sind wir aber noch lange nicht. Jetzt gilt es, den Schritt dorthin zu schaffen. Wenn es dann dazu kommt, ist es eine ganz andere Situation als in der Liga. Da hat man dann zwei absolute Endspiele und da haben wir ja auch schon einiges an Erfahrung. Aber ja, dorthin wollen wir und dann hoffentlich mit zwei weiteren Spielen die Saison vollkommen auf den Kopf stellen und das schaffen, wonach es lange nicht aussah: den Klassenerhalt.
