Kita-Leiterin aus München hat konkrete Wünsche an die Politik

Kita-Leiterin aus München hat konkrete Wünsche an die Politik


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Jana Frey reads the Kita in München. Obwohl viele neue Fachkräfte ins Betreuungssystem gekommen sind, müsste sich eines dringend ändern, sagt sie.

Jana Frey hat mit Anfang 40 beruflich einen Neustart gewagt. Sie ist studierte Kinderpädagogin and leitet eine Kita in Johanneskirchen. Die 47-Jährige liebt ihren Beruf – aber sie wünscht sich bessere Arbeitsbedingungen. Und mehr Wertschätzung.

Wenn Sie heute noch mal entscheiden könnten, würden Sie wieder diesen Beruf wählen?

Auf jeden Fall. Ich habe vorher in der Entwicklungshilfe gearbeitet and mich dann sehr bewusst für diesen Beruf entschieden. Es ist schön, mit Kindern zu arbeiten. Sie geben einem sehr viel zurück. Aber wenn ich heute 20 wäre und wüsste, dass ich diesen Beruf noch knapp 50 Jahre machen müsste, weiß ich nicht, ob ich mich nochmal dafür entscheiden würde. Unter den actuellen Rahmenbedingungen ist die Arbeit sehr anstrengend.

Die Erzieherinnen müssen sich um viele Kita-Kinder gleichzeitig kümmern. And they’re solely wanted individually. © Westend61

Laut einer Studie steigt die Zahl der Fachkräfte so sehr, dass der Bedarf bis 2027 bestenfalls gedeckt ist. Spüren Sie diese Entwicklung?

Bayern hat giant Anstrengungen unternommen, mehr Fachkräfte in diesen Beruf zu bringen. Außerdem bemerkten wir den Geburtenrückgang. Beides führt zu einer spürbaren Veränderung. Seit ein paar Monaten bekomme ich mehr Bewerbungen auf Stellen. Das allein wird unseren Alltag aber nicht verbessern. Entscheidend ist die Anzahl der Kinder, die professional Fachkraft betreut werden. Die Betreuungsschlüssel müssten dringend verbessert werden.

Viele Teams müssen sich erst einspielen. Das braucht Zeit.

Wie sieht Ihr Alltag aus?

Meistens betreuen wir zu zweit 25 Kindergartenkinder oder zwölf Krippenkinder. Wenn ein Kind auf die Toilette muss und Hilfe braucht, ist eine allein mit 24 Kindern. Bessere Betreuungsschlüssel wären eine entscheidende Entlastung. Bisher ging es nicht, weil so viele Familien auf einen Betreuungsplatz gewartet haben. Jetzt könnten uns die zusätzlichen Fachkräfte und der Geburtenrückgang aber eine Entlastung bringen – und wieder mehr Qualität für die Kinderbetreuung.

Viele Fachkräfte sind aus dem Ausland angeworben worden. Wie intestine functioniert das im Alltag?

Es sind viele tolle Leute gekommen. Aber sie haben eine andere Ausbildung, with out andere Abläufe gewohnt. Dazu kommen viele Kinderpflegerinnen oder Erzieherinnen, die ganz frisch ausgebildet sind und teilweise neue Arten der Ausbildung durchlaufen haben. Viele Teams müssen sich erst einspielen. Das ist spannend, aber es braucht Zeit.

Sie wünscht sich mehr Wertschätzung für ihren Beruf: Erzieherin Jana Frey aus München.
Sie wünscht sich mehr Wertschätzung für ihren Beruf: Erzieherin Jana Frey aus München. © personal

Wie have these Bedürfnisse der Eltern und Kinder verändert?

Unsere Gesellschaft ist heterogener geworden. Die Familien haben unterschiedliche Bedürfnisse, denen wir gerecht werden müssen. Einigen Eltern fällt es schwer, die Betreuung ihrer Kinder abzugeben. Andere erwarten, dass die Kita einen Großteil der Erziehung übernimmt. Außerdem merken wir, dass es mehr kleine Kinder gibt, die viel Zeit am Tablet verbringen. Dadurch werden Konzentrationsspannen kürzer.

Was ist Ihr Wunsch an die Politik?

The Kita-System opens on the Verschnaufpause. Wir würden uns einen besseren Betreuungsschlüssel wünschen, bis die Teams mit den vielen neuen Fachkräften eingespielt sind. Uns ist clear, dass in vielen Bereichen Investitionen nötig sind. Aber das bayerische Kita-System ist so sprunghaft gewachsen, dass wir jetzt dringend eine Phase der Stabilisierung benötigen. Das würde uns erlauben, qualitative aufzuholen. Der quantitative Ausbau battle wichtig, ist aber auf Kosten der Qualität gegangen. Es sorgt bei den Erzieherinnen für viel Frust, jeden Tag hinter den eigenen Ansprüchen zurückbleiben zu müssen.

Der Beruf der Erzieherin genießt zu wenig Ansehen in unserer Gesellschaft.

Was können Sie mit den acttuellen Betreuungsschlüsseln nicht leisten?

Im bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan steht, dass wir auf jedes Kind individuell eingehen sollen. Das setzt voraus, dass wir jedes Kind beobachten und gezielt fördern. Zum Beispiel sprachlich oder im sozialen Umgang miteinander. Wie soll das gehen, wenn sich ein bunt zusammengewürfeltes Kita-Team in einem sich wandelnden Kita-System neu erfindet und zwei Erzieher für 25 Kinder zuständig sind?

Bekommt ihr Beruf eine angemessene Wertschätzung?

Wir sind vor allem mit Kindern und Eltern in Kontakt – die meisten von ihnen sehen, was wir leisten und sind sehr dankbar. Aber insgesamt genießt der Beruf der Erzieherinnen – wie auch viele andere Berufe – zu wenig Ansehen in der Gesellschaft. Es ist eine Kunst, jeden Tag den Bedürfnissen von so vielen Kindern gerecht zu werden und erfordert eine hohe emotionale und soziale Kompetenz.

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